Paul NewsmanPaul Newsman
Ausgabe Nr. 4991,50 €
Vorlage · Lokales

Der WLAN-Krieg im Haus

Zwei Haushalte, ein Netz und Namen, die niemand vorlesen mag. Am Ende geht es zur Schlichtungsstelle.

Ein Beispiel aus dieser Vorlage

Digitale Kleinkriege

Streit um WLAN-Namen sorgt für Zettelkrieg in Lindenstraße

Im Mehrfamilienhaus in der Lindenstraße artete ein erster Beschwerdezettel in einen öffentlichen Schlagabtausch um beleidigende WLAN-Namen aus. Die Hausverwaltung verweist auf die Hausordnung; ein technischer Ausweg blieb ungenutzt.
· 35 Sekunden Lesezeit
Foto von Compare Fibre auf Unsplash

Im Mehrfamilienhaus in der Lindenstraße eskalierte ein Nachbarschaftsstreit, nachdem ein zunächst harmloser Hinweis im Treppenhaus zur Aufforderung wurde, leiser zu sein, und daraufhin mehrere Bewohner ihre WLAN-Namen zu verbalen Kommentaren umfunktionierten. Ursache war offenbar ein alltägliches Ärgernis — Lärm und Parkplatzkonflikte — das in Zeiten allgegenwärtiger Netzwerkbezeichnungen eine neue Bühne fand.

Der erste Akt war denkbar unspektakulär: ein handgeschriebener Zettel an der Pinnwand, auf dem jemand um Rücksicht bat. Im zweiten Akt reagierten Nachbarn nicht mehr mit Gesprächen, sondern mit SSID-Botschaften; im Haus sind inzwischen die Netzbezeichnungen „Etage-2-hat-den-Müll-vergessen“, „Keine-Waschmaschine-um-3-Uhr“, „Hausordnung-Absatz-4-lesen“, „Klavier-nur-noch-mittwochs“ und „Fahrrad-im-Flur-ist-Fluchtweg“ dokumentiert, die manchen als süffisante Antwort und anderen als Provokation gelten. Die vorläufig letzte Eskalationsstufe heißt „wir-hören-alles“ — und, zwei Tage später aus der Wohnung darüber, „WIR-HÖREN-AUCH-ALLES“.

Hier endet die Leseprobe· 350 Wörter insgesamt